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Leider gibt es noch mindestens eine häufig vorkommende
Fehlbelichtung, die man nicht gut mit IrfanView bearbeiten kann und das
sind flaue Bilder. Dazu kann man das kostenlose Programm „Paint.Net“ unter
downloaden und dann installieren. Mit den großen Grafikprogramme
wie z.B. Photoimpact oder Photoshop können die folgende Korrekturen natürlich
auch vorgenommen werden, bloß diese Programme sind nicht Freeware!
Häufig sind Bilder sehr flau geraten. Wenn man genau
hinsieht fällt dann auf, dass solch ein Bild entweder keine
Weiß- oder Schwarzanteile oder sogar beides nicht hat. Zur Verbesserung dieser Fehlbelichtung
braucht man das sog. Histogramm (in jedem besseren Grafikprogramm zu finden), man
findet es in Paint.net unter: Ebenen - Anpassung - manuelle Anpassung in der Befehlszeile:
In einem Histogramm werden im aktuellen Bild die Anzahl der vorkommende
Pixel in Abhängigkeit von der Helligkeit dargestellt. Auf der
senkrechten X-Achse (normal waagerechte Achse, z.B. bei PhotoImpact oder PhotoShop, in Paint.Net senkrechte
Achse, da das Histogramm bei Paint.Net aber um 90 Grad gedreht ist,
handelt es sich letztlich auch hier um die X-Achse) werden die
Helligkeitswerte von unten "Schwarz" bis oben "Weiß" und in dem
Bereich dazwischen die Menge der Graupixel dargestellt. Auf der
Y-Achse (hier die waagerechte Achse) wird die Anzahl der jeweiligen Pixel dargestellt. Ein Histogramm von einem
normalen Bild, indem sowohl Schwarz, als auch Weiß, als auch alle
Grauwerte vorkommen, wird so aussehen, wie das Querprofil eines Hochgebirges.
In normalen Bilderngibt es Schwarz, aber nur wenig, das gleiche gilt für Weiß,
die Grauwertedazwischen kommen mehr oder weniger häufig vor. Wenn jetzt ein
Bild flauaussieht, also kein Schwarz/Weiß vorkommt, obwohl das
abfotografierte Original schwarze/weiße Flächen hatte, beginnt die Histogrammkurve
eben nicht ganz unten(links) auf der Nullliniesondern erst oberhalb (rechts) davon.
Das gleiche gilt für Weiß, bloß das sich dann alles
auf der oberen (rechten) Seite abspielt. Das bedeutet, dass Schwarz
lediglich als ganz dunkles Grau im Bild vorkommt und Weiß als ein ganz helles Grau.
Jetzt gilt es eben dieses dunkle Grau zu Schwarz und das helle Grau zu Weiß zu
machen: Unter dem Histogramm ist in der Regel ein Balken mit 3 Dreiecken (Schiebern)
dargestellt. Das untere (linke) Dreieck steht unter dem
theoretischen Schwarzpunkt, also ganz unten (links). Das obere (rechte) Dreieck steht unter dem
theoretischenWeißpunkt, also ganz oben (rechts). Die aktuelle Histogrammkurve beginnt also nicht
über dem Schwarz- bzw. Weißpunkt. Das kann man anpassen,
indem man mit der linken Maustaste jeweils den Schieber anfasst und soweit verschiebt bis er exakt
unter dem jeweiligen Anfang der Kurve steht.
Jetzt wird vom Programm das Histogramm gespreizt, dh. der dunkelste im Bild
vorkommende Punkt wird zu Schwarz und der hellste vorkommende Punkt wird zu
Weiß; alle Grauwerte dazwischen werden gespreizt oder gedehnt.
U.U. bringt es auch eine Verbesserung, wenn man die Schieber noch etwas weiter schiebt
(ausprobieren!). Stimmen im Bild (jetzt) der Schwarz- und Weißpunkt, kann es
immer noch sein, dass das Bild zu hell bzw. zu dunkel betont ist: Dazu
dient der mittlere Schieber, er steht für ein mittleres Grau. Ist das
Bild im Ganzen trotz korrekten Schwarz- und Weißpunktes zu hell, dann schiebt
man den (Mittelgrau-) Schieber nach oben (rechts), was bewirkt, dass ein
im Bild vorkommendes helleres Grau den mittleren Wert zu geordnet bekommt, also
dunkler dargestellt wird (Alle Grauwerte oben (rechts) davon werden jetzt gestaucht und alle unten
(links) davon vorkommenden Werte werden gedehnt). Ist das Bild zu dunkel verfährt man analog
anders herum. Auch mit diesem Schieber muss man experimentieren!
In der Regel sind im Histogrammfenster auch drei Pipetten
als Schaltknöpfe (nicht in Paint.Net!) gegeben, mit denen man im Prinzip das Gleiche, wie
mit den Schiebereglern macht: die linke (dunkle) Pipette steht für Schwarz, die rechte
(weiße) Pipette steht für Weiß und die Mittlere steht für das mittlere
Grau. Man verfährt folgender Maßen: Um den Schwarzpunkt zu setzen klickt man mit
Links auf die linke (schwarze) Pipette und sucht dann im Bild den dunkelsten
vorkommenden Punkt (Fläche). (Da die Vorschaubilder oft zu klein sind, gibt es dazu oft ein
Lupensymbol, mit dem man die Vorschau in einem Ausschnitt vergrößern kann
– so findet sich leichter ein schwarzer- bzw. weißer Punkt (Fläche)). Der
Mauscursor verändert sich in eine Pipette und mit der klickt man mit der Spitze genau
in den Fleck auf dem Bild der dunkelgrau ist, aber schwarz sein sollte. Damit
ist der Schwarzpunkt gesetzt. Das gleiche macht man jetzt analog mit dem
Weiß- bzw. Graupunkt. Beim Graupunkt gibt es aber noch ein weiteres Problem: Da
man ja in der Regel Farbbilder vor sich hat, ist die Stelle, die, wenn dieses
Bild in Schwarz-Weiß vorläge, genau mittelgrau wäre, sehr schwer zu finden! (Experimentieren!!).
In der Regel bieten gute Bildbearbeitungsprogramme das
Histogramm nicht nur für die Grauwerte, also eigentlich für
die Helligkeitswerte, sondern auch für die das Bild zusammensetzenden
Grundfarben, also in der Regel: Rot, Grün und Blau (in Paint.Net alles in einem
Histogramm; unten im Fenster finden sich die Buchstaben "R", "G" und
"B", jeweils mit einem Kästchen davor in dem ein Häkchen ist.
Sie können die Häkchen entfernen und haben dann das
Histogramm für Rot, Grün bzw. Blau).
In den üblichen Grafikprogrammen gibt es dazu ein kleines längliches
Fenster mit einem kleinen Dreieck (Schaltfläche) rechts davon.
Standardmäßig ist dort in der Regel „RGB“ oder „Master“
o.ä. eingestellt; man wählt dann über das kleine Dreieck
die einzelnen Farben R für Rot, G für Grün und B
für Blau aus und erhält dann jeweils das Histogramm für
die entsprechende Farbe. Jetzt kann man Farbfehler, also z.B.
Farbstiche schnell erkennen und (genauso wie bei den Grauwerten)
korrigieren. Es ist die effektivste Art an den Farben zu arbeiten, aber
es gehört viel Übung und Erfahrung dazu, um damit klar zu
kommen. In der Regel reicht es mit den Grauwerten zu arbeiten, man kann
damit sehr schnell ein recht flaues Bild brillant und knackig machen.