Das wichtigste Werkzeug zur
Bildkorrektur ist die Gradationskurve. Wichtig ist es zu wissen, wie
man für welche Korrekturen die Gradationskurve beeinflusst.
Die Bearbeitungssoftware zu den früheren Minoltakameras zeigt
wunderschön die gegenseitigen Veränderungen am
Histogramm bzw. und an der Gradationskurve Beobachten Sie
bitte genau, wie die Veränderungen der einzelnen Parameter die
Gradationskurve verändern, analog können Sie mit
SmartCurve verfahren. Die meisten (besseren) Bildbearbeitungsprogramme
haben solche Einflussmöglichkeiten (Gradationskurve). Wie sich
also zeigt, kann man die Veränderungen alle auch ohne
Histogramm und nur mit der Gradationskurve vornehmen und damit
können Sie IrfanView zu einem vollwertigen
Bildbearbeitungsprogramm aufwerten, indem Sie das Plugin
„SmartCurve“ verwenden:
Belichtungskorrektur:
Bild 1 zeigt einen Schiffsfriedhof nahe Murmansk aufgenommen als Screenshot mit
GoogleEarth. Das Bild ist flau, das Histogramm (das Diagramm unten in
der Mitte) zeigt, dass sowohl die Tiefen (Schatten) als auch die
Lichter fehlen:
Sie sehen, dass der linke Schieber unter dem Histogramm in der Mitte, nicht unter dem
Beginn der schwarzen Kurve (Gebirge) steht, die viel weiter rechts erst
beginnt, was bedeutet, dass die dunklen bis schwarzen Bereiche fehlen.
Das gilt analog genauso für den weißen Bereich im
rechten Teil des Histogramms. Will man das verbessern, dann schiebt man
den linken Schieber nach rechts bis zum Anfang der Kurve (des Gebirges)
und den rechten Schieber nach links bis zum Anfang der Kurve. Das Bild
erhält jetzt helle Bereiche, dh. der hellste Bereich wird auf
Weiß gesetzt und entsprechen umgekehrt verläuft es
im dunklen Bereich mit Schwarz. Das Ergebnis sieht
folgendermaßen aus. Beachten Sie die unteren Schieber
für Schwarz und Weiß im Vergleich zum oberen Bild,
sowie die Veränderung in der Gradationskurve darüber:
Deutlich kann man bereits die Verbesserungen im Bild erkennen. Das Bild wirkt immer
noch zu dunkel. Um das zu beheben kann man zusätzlich die
Gradationskurve mit der Maus anfassen und nach links oben verbiegen,
wodurch das Bild in den Mittenbereichen (Gamma) heller wird:
Farbstiche:
Zwei gescannte Bilder, das erste Bild mit einem Rotstich,
das Zweite mit einem Blaustich, wie es bei Luftfotos oder Landschaften mit
Blick in die Ferne häufig vorkommt:
Bei beiden Bildern können Sie die Mängel sofort im Histogramm
erkennen. Ganz rechts werden die Histogramme für die drei
Farbkanäle dargestellt – auch dort sind die
Mängel sogar in allen drei Kanälen sofort zu sehen.
Im oberen Bild ist noch der RGB-Kanal, also die Mischung der drei
Farbkanäle eingestellt im Unteren ist bereits der Blaukanal
ausgewählt, was hier ganz oben unter
„Kanal“ zu wählen ist. Man schiebt jetzt
in den einzelnen Kanälen die Histogrammanfasser immer bis an
das „Gebirge“ in der Mitte und kann dann noch mit
dem mittleren Schieber weitere Korrekturen vornehmen.
Betrachten Sie die Verformung der Gradationskurve zu Korrektur des Rotstichs
(allerdings gibt es jetzt zu viel blau):
und bei einem Blaustich arbeitet man entsprechend mit dem Blaukanal:
Das gleiche Problem bei einem Grünstich:
und der korrigierte Grünstich:
Manchmal kann man schneller und/oder besser mit den Pipetten arbeiten: Sie sehen Die Werkzeuge:
Rechts im Bild sehen sie in der Mitte drei Pipetten, die linke steht
für die schwarz, die rechte für weiß und die mittlere für grau.
Das folgende Bild ist zur Demonstration überzogen, aber Sie
können die Beeinflussung gut erkennen: Sie Klicken auf die
weiße Pipette, also die rechte und klicken dann in die
hellste Partie im Bild, die Sie finden können. In der Regel
sollte das ein in der Natur vorkommendes Weiß sein, was nur
durch eine Fehlbelichtung zu einem hellen grau geworden ist.
Klicken Sie jetzt also in die hellste Stelle des Fotos wird diese Stelle zu
weiß definiert und alle Grautönungen werden
angepasst:
Sie sehen die Veränderung in den Farbhistogrammen und im der
Gradationskurve, die im Blaukanal Veränderungen vorgenommen
hat. Es macht bei dieser Aufnahme keinen Sinn mit der schwarzen Pipette
zu arbeiten, da der Hintergrund schon tiefschwarz ist.
Wenn Sie sich das Ergebnis der Manipulation am Blaukanal (hier ist lediglich der
Histogrammausgleich am Blaukanal vorgenommen worden – achten
Sie auch auf das blaue Histogramm rechts oben im Bild, Sie
können schön sehen, dass der Blaukanal gespreizt
wurde, indem das „blaue Gebirge“ nach rechts
gezogen wurde (genauer der rechte Schiebe an das „blaue
Gebirge“ nach links herangeschoben wurde – dadurch
wird das „Gebirge“ dann auseinandergezogen, man
spricht vom „Spreizen“)), dann können Sie
gut sehen, dass mit der Pipette eigentlich nichts anderes getan wurde,
als den Blaukanal zu spreizen, was die blaue Gradationskurve links in
der Mitte schön zeigt:
Man kann aber mit der grauen Pipette arbeiten. Man muss sich ein möglichst
graues Stück aus dem Bild suchen, in der Regel wäre
das etwa eine Asphaltstraße oder Pflastersteine. Das Programm
nimmt dann diesen Wert als mittleres grau und passt alle anderen Werte
entsprechend an. Klickt man jetzt mit der grauen Pipette auf Werte, die
natürlich gar nicht grau sind, so kommt man zu mehr oder
weniger starken Farbveränderungen, gezielt eingesetzt sind
damit am schnellsten Farbstiche zu korrigieren. Bei folgenden
Beispielen wurde diese Pipette auf dunkles gelb angewendet (achten Sie auf die Veränderungen in der Gradationskurve):
Pipette auf mittleres Gelb:
Pipette auf mittleres grün:
Man kann gut erkennen, wie man mit der „Graupipette“
Farbverfremdungen erstellen kann. Betrachten Sie die Bilder ober zu
Farbstichen, dann können Sie schnell erkennen, wie der
Eingriff in die Gradationskurve statt gefunden hat.