Panoramafotos erstellen.

    Wie man mit geringen Mitteln aus vielen Teilfotos (bis zu 50 Fotos) ein großes Einzelfoto, also ein Panoramafoto erstellen kann, habe ich in der Anleitung "Große Landkarten mit Google Earth erstellen" beschrieben, sehen Sie bitte dort unter "- Viele Einzelbilder mit einem Stitch-Programm zu einem Bild verbinden" an. Um zu dieser Anleitung zu gelangen, klicken Sie hier

    Was ist ein Panoramafoto: Bei Panoramafotos werden mindestens zwei Fotos von einem Objekt nebeneinander fotografiert und mit einer Software zu einem breiten Foto verschmolzen. Es dürfen natürlich auch mehr Fotos sein. ftotreihequer  Die Fotos dürfen auch ruhig übereinander fotografiert werdenfotoreihehochkant  Von einer Matrix spricht man, wenn mehrere Reihen von Fotos übereinandergelegt werden, also

    z.B. 3 reihen zu je 4 Fotos   matrix  

    Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie die Kamera hochkant halten oder flach, das hängt vom Motiv ab. Sie sollten die Kamera aber für alle Bilder gleich halten. Manche Programme können sogar Hochkant- und Querfotos miteinander verbinden. Aber Vorsicht, meist sind die Programme damit überfordert. Bei manchen Programmen, wie z. B. Autostitch und bei dem ImageCompositeEditor von Microsoft brauchen Sie die Matrix noch nicht einmal sortiert zu haben, ja es können sogar noch ein paar andere Bilder mit im Ordner sein, Autostich sucht sich die Bilder, die zusammenpassen selbst heraus und setzt sie zusammen – das funktioniert meist ganz gut.

    Autostitch gibt es bei dieser Adresse: http://www.chip.de/downloads/Autostitch-2.2_16499041.html .Dieses Programm ist Freeware, ist aber etwas eingeschränkt, was aber den Nutzen für normale Panoramafotos nicht einschränkt. Wie Sie mit Autostitch arbeiten, habe ich hier erläutert: http://gerold-dreyer.de/Homepage/Anleitungen/Gebrauchsanleitungen%20zu%20Programmen/Landkarten%20mit%20Google-Earth%20erstellen/Landkarten%20mit%20Googleearth.htm  Dieses Programm ist (zumindest hat das bei mir geklappt) mit einer Matrix von fast 60 Fotos klargekommen. Für kleinere Projekte ziehe ich aber z. Z von Microsoft das Tool „Image Composite Editor“ vor. Es kommt besser mit aus der freien Hand fotografierten Bildern zurecht und kann auch stürzende Linien verhindern. Zumindest stellt es sie nicht gebogen dar, sodass man sie mit anderer Bildbearbeitung gerade rücken kann.

    Schlecht sieht es aus, wenn es bei den Originalfotos zu stark stürzenden Linien kommt. Da können manche Programme nicht die Linien gerade ziehen. Stürzende Linien könnte man ja hinterher mit einer Bildbearbeitung oder z. B. mit ShiftN geradebiegen (hier ist dazu eine Anleitung).

    Es kann nämlich in Städten durchaus vorkommen, dass man selbst mit einem Weitwinkelobjektiv von 24 mm nur einen Teil einer Kirche oder eines Hauses aufs Bild bekommt, weil man einfach nicht weit genug nach hinten ausweichen kann. In solchem Fall macht man dann eben mehrere Bilder übereinander, die dann mit dem Panoramaprogramm zu einem Bild zusammengesetzt werden.  Extrem wichtig ist dabei, dass sich die Bilder an den späteren Nahtstellen überschneiden. Allgemein gilt, mindestens 15% Überschneidung der Bilder an ihren Rändern. Bei einer Matrix also an allen vier Rändern. Die Panoramaprogramme erkennen an den Überschneidungen, in denen sich ja dieselben Bildteile befinden, durch Vergleich die Überschneidung und die Stellen, an denen dann die Bilder zusammengesetzt werden müssen. Das Beste wäre außerdem, man würde mit einem Stativ arbeiten, was aber nicht immer möglich ist. Dann muss man aufpassen, dass die Reihen nicht schief laufen. Außerdem sollte man die Kamera am sog. Nodalpunkt drehen, der liegt meist in der Mitte der Kamera nahe der Rückseite. Dennoch gelingen auch aus der freien Hand gute Panoramen.

    Die Firma Microsoft hat ein automatisches Panorama-Programm erstellt, das zuverlässig auch stark stürzende Linien in den Griff bekommt. Das Programm heißt „Image Composite Editor“ und kann von folgendem Link heruntergeladen werden (achten Sie darauf, welche Version Sie herunterladen:    http://research.microsoft.com/en-us/um/redmond/groups/ivm/ICE/  .  Es gibt eine 32-bit-Version und eine 64-bit-Version. Welche Sie brauchen hängt von Ihrem installierten Windows ab, sehen Sie im Handbuch nach, welche Version sich auf Ihrem Rechner befindet.

    Zunächst müssen Sie beim Fotografieren schon an ein mögliches späteres Panoramafoto denken. Fotografieren Sie also gleich sorgfältig eine Reihe seitwärts oder aufwärts oder eine Matrix.

    Installieren Sie den „Image Composite Editor“. Wenn Sie ihn noch auf einem anderen Rechner benötigen, dann brachen Sie ihn noch nicht einmal, ein zweites Mal zu installieren. Kopieren Sie einfach den Installationsordner vom ersten Rechner auf den zweiten Rechner und öffnen dann „Image Composite Editor“ aus dem Ordner.

    Öffnen Sie den MS ImageCompositeEditor und es zeigt sich folgendes Fenster:

    msicestartbild

    Zunächst sucht das Programm nach neuen Updates, was Sie im großen grauen Fensterteil an folgendem Fortschrittsbalken erkennen können:

    msiceupdating

    Am einfachsten Fügen Sie die Bilder per drag and drop in den großen grauen Teil des Hauptfensters ein. Öffnen Sie dazu den WinExplorer zusätzlich zu diesem Programm. Machen Sie von beiden Programmen die Oberfläche so groß, dass Sie beide Programme auf dem Bildschirm sehen können. Klicken Sie dazu rechts oben auf die mittlere Schaltfläche, führen dann den Mauszeiger an eine Ecke, bis er zu einem Doppelpfeil wird, halten die linke Maustaste gedrückt und ziehen das Fenster durch Verschieben der Maus größer oder schieben es kleiner. Achten Sie darauf, dass der MSImageCompositeEditor so viel Raum wie möglich auf dem Bildschirm einnimmt und der WinExplorer so wenig wie möglich. Sie können aber den ImageCompositeEditor, nachdem Sie aus dem Explorer die nötigen Bilder geladen haben, auch einfach maximieren. Von der Fenstergröße des MSImageCompositeEditors auf dem Bildschirm hängt später die Größe des auf der Oberfläche zu sehenden Panoramafotos ab, allerdings nicht die Größe des erstellten Panoramafotos.  Suchen Sie im WinExplorer Ihre für ein Panoramafoto geeigneten Fotos, markieren sie, indem Sie die Strg-Taste gedrückt halten und mit der linken Maustaste die notwendigen Fotos kurz anklicken, bis sie alle blau hinterlegt sind. Lassen Sie die Maustaste los und führen den Mauszeiger auf eine dieser blau hinterlegen Bilder, drücken die linke Maustaste, halten sie gedrückt und schieben die Maus über den großen grauen Bereich des MS Image Composite Editors. Lassen Sie die Maustaste los und die Bilder werden von dem MSImageCompositeEditor geladen, was dann im grauen Hauptfenster so aussieht:

    msicebilderladen

    Möchten Sie den MSImageCompositeEditor wegen des angezeigten Panoramabildes möglichst groß haben (die tatsächliche Bildgröße ist von der angezeigten Bildgröße nicht abhängig. Es ist nur angenehm zur Bearbeitung ein möglichst großes Bild zu haben), dann gehen Sie anders vor: Maximieren Sie das MSImageCompositeEditor-Fenster, indem Sie ganz oben rechts auf das mittlere Symbol klicken. Maximiert sich das Fenster nicht auf die komplette Bildschirmgröße, dann klicken Sie dort ein zweites Mal drauf. Klicken Sie dann oben links auf „File“ und im Aufklappmenü auf „New“ und es öffnet sich der WinExplorer. Navigieren Sie zu den Bildern, die zu einem Panorama zusammengefasst werden sollen. Halten Sie die Strg-Taste gedrückt und klicken mit links nacheinander auf alle die Bilder, die Sie zu dem Panorama brauchen, bis sie blau hinterlegt sind. Klicken Sie anschließend, nachdem Sie die Strg-Taste losgelassen haben, einmal kurz auf „Öffnen“ unten im Explorerfenster.

    .Nach kurzer Zeit sind die Bilder (hier waren es drei übereinander fotografierte Bilder) geladen und schon zusammengefügt, was dann im grauen Hauptfenster so aussieht: 

    msicegeladenesbild

    Sie können erahnen, dass dieses Haus, aufgenommen in Tallinn, in einer engen Straße, allenfalls mit einem Superweitwinkel-Objektiv aufzunehmen gewesen wäre. Immerhin hat meine Kamera ein Zoomobjektiv, was bis 28 mm herunter geht. Aber auch damit war es nur möglich, dieses Haus ganz aufzunehmen, wenn man drei Fotos übereinanderlegte. Das Foto ist aber tonnenförmig gebogen, aber recht scharf und auch farbecht. Es gilt jetzt, dieses Foto noch zu entzerren. Betrachten Sie dazu den unteren Bereich des Programms:

    msicefensterunten

    Die wichtigste Einstellung nehmen Sie unter „Stitch“ (zusammennähen) im linken Fensterteil vor. Sie sehen ein kleines Fenster hier mit „Rotation Motion“ und rechts davon ein kleines schwarzes auf dem Kopf stehendes Dreieck. Klicken Sie mit links auf dieses Dreieck und es öffnet sich folgendes Fenster:  msicestitch 

    Sie haben fünf Varianten zur Auswahl, eine davon ist bereits angewendet worden. Versuchen Sie jetzt alle durch, indem Sie mit links der Reihe nach auf jede Variante klicken. Sehen Sie sich das Ergebnis, was nach einer kurzen Neuberechnung es Panoramas erscheint, an. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, versuchen Sie eine andere Berechnungsvariante. Nach meiner Erfahrung führt die „Automatic“ zu recht guten Ergebnissen. Nach dieser Variante ermittelt das Programm automatisch, welche Berechnungsmethode die Beste ist. In meinem Fall hier führte allerdings keine Berechnungsmethode zu einem akzeptablen Ergebnis.

    Klicken Sie dann in der obersten Programmleiste auf das Würfelsymbol  msicewuerfesmbio   und das Bild im Programm ändert sich wie folgt (bei diesem Beispiel):

    msicebildentzerren

    Sie können jetzt mit dem, zu einem Doppelpfeil mit Punkt in der Mitte gewordenen Mauszeiger, sich in der grauen Fläche bewegen und das Bild damit verschieben und verzerren bzw. entzerren. In der Regel sollte der Bildmittelpunkt genau in dem Fadenkreuz liegen. In der oberen Symbolleiste des Programms sind jetzt weitere Symbole erschienen:   

    msiceneuessymbol  Sie können jetzt hier die Projektion auswählen, indem Sie mit links auf die Schaltfläche „Projection“ klicken. msiceprokektion  Hier ist vom Programm „Cylinder (Vertical)“ gewählt. Offensichtlich führt das aber zu diesen tonnenförmigen Verzerrungen. Wählen Sie also mit einem Linksklick aus der Reihe alle angebotenen Projektionen aus.  In diesem Falle führte die Wahl von „Perspective“ zu dem besten Ergebnis:

    msiceneuepersektive   msice richtigeperspektive 

    Links das Bild nach der ersten Berechnung, rechts das Bild mit der Projektion „Perspective“. Sie sehen jetzt schon überall gerade Linien, aber das Gebäude steht noch etwas schräg, was man auch ändern kann.  Der Mauszeiger ist ja im großen Viereck zu einem Doppelpfeil mit einem Punkt in der Mitte geworden.   msicemauspfeilgerade  Klicken Sie jetzt auf die linke Maustaste und halten die gedrückt. Verschieben Sie die Maus dann soweit, bis Sie das Gebäude gerade gerückt haben. Um das richtig hinzu bekommen, nehmen Sie das Fadenkreuz in der Mitte als Anhaltspunkt für gerade Linien. In diesem Fall musste das Bild etwas nach rechts verschoben werden:   

     msiceperspekgeradegerueckt

    Wenn Sie den Mauszeiger außerhalb des großen Vierecks halten, dann wird der Zeiger zu einem gebogenen Pfeil, je nachdem, an welcher Ecke Sie sich gerade befinden.   msicemauspfeilgebogen   Mit dem Pfeil können Sie bei Bedarf das Bild kippen oder drehen. Das Gebäude hat jetzt noch starke stürzende Linien, also nach oben schräg zu laufende Linien. Die können Sie ganz gut zu parallelen Linien bekommen: Führen Sie den Mauszeiger in den oberen oder unteren Teil des Bildes, sodass der Doppelpfeil nach oben und unten zeigt. Halten sie jetzt die linke Maustaste gedrückt und schieben Sie das Bild so weit hoch, bis die senkrechten Linien auch wirklich senkrecht sind, dabei verschwindet allerdings der obere Teil des Bildes. Das macht aber nichts, denn der untere Teil des Bildes reicht aus, um senkrechte Linien zu erzeugen. Bei der anschließenden Neuberechnung des Bildes wird auch der obere, im Moment verschwundene Teil, mit berechnet.  Wenn alles in Ordnung ist, klicken Sie auf „Apply“ oben in der Symbolleiste:

    msicefertiggerechne

    Das Gebäude ist jetzt fast perfekt, nur noch die Umgebung ist durch die Berechnung entstellt. Das Bild muss beschnitten werden: Sie sehen um das Bild einen weißen Rahmen mit in der Mitte der Linien und an den Ecken vorhandenen kleinen Vierecken, sog. Anfasser. Fassen Sie die Anfasser mit der linken Maustaste und halten die Maustaste gedrückt, der Mauszeiger wird zu einem Doppelpfeil. Schieben Sie jetzt die Maustaste soweit zum Gebäude hin, das kein grauer Untergrund mehr zu sehen ist:

    msicebildbeschneiden

    Alternativ können Sie das Beschneiden auch automatisch vom Programm vornehmen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf „Automatic crop“ unter „Crop“ im unteren Fensterteil:   msiceautobeschneiden   Das Bild ist jetzt eigentlich fertig, Sie müssen es nur noch auf der Festplatte speichern. Dazu klicken Sie mit links auf „Export to disk…“ und es öffnet sich der WinExplorer. Navigieren Sie zu dem Ordner, in den hinein Sie das Panoramabild speichern möchten. Geben Sie im WinExplorer hinter „Dateiname“ (zweit unterste Zeile) einen Namen ein und klicken dann auf „Speichern“  unten rechts:

    msicefertigesbild 

    Sie müssen das Bild nicht im verlustbehafteten JPG-Format speichern. Klicken Sie, bevor Sie das Bild speichern, im unteren Fensterteil unter „Export“ auf das kleine auf dem Kopf stehende Dreieck und es öffnet sich folgendes Auswahlfenster:

    msicedateiformate  

    Sie sehen die zur Auswahl stehenden Formate. Nicht Verlust behaftet sind z. B. „TIFF“, „PNG“ und „Windows Bitmap“. Möchten Sie das Bild mit PhotoshopElements weiter bearbeiten, dann können Sie es auch als „Adobe Photoshop“ abspeichern.  Haben Sie JPEG (oft auch einfach als JPG bezeichnet) gewählt, dann sollten Sie noch den Schieber unter „Options“   msicebildqualitaet   auf eine hohe Qualitätsstufe (hohe Zahl) nach rechts schieben. Je höher die Zahl desto größer ist allerdings auch die Datei.           

    Ganz oben rechts finden Sie noch einen hilfreichen Schieber. Wenn Ihnen bei der Bearbeitung das Bild doch zu klein oder auch zu groß geworden ist, sodass Sie nicht mehr recht etwas damit anfangen können, dann können Sie es vergrößern bzw. auch verkleinern oder wieder zumindest teilweise ins Hauptfenster zurückholen. Fassen Sie mit der linken Maustaste den mittleren Schieber zwischen „Plus-„ und dem „Minuszeichen“ an, halten die Maustaste gedrückt und verschieben Sie den Schieber so weit wie nötig oder möglich. 

    msiceschieber   Diesen Schiebereffekt können Sie auch mit dem Mausrad erreichen. Drehen Sie einfach am Mausrad.

     

    zurück zum Anfang dieser Seite